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415 Jahre Strausberger Schützengilde

Frauen an die Kimme!

Frauen an die Kimme! Kurz vor den Feierlichkeiten zum 415. Jahr des Bestehens hat der älteste Verein der Stadt tapfer mit alten Traditionen gebrochen und eine Schützenkönigin gekürt.
Es ist Dörte Herms, die sich 2002 den begehrten Titel holte. Die Schützenkette am Damendekolleté, das ist wirklich neu. Über lange Jahrhunderte gab es nur männliche Schützenkönige!
Ingo Schultz, 45, ist seit neun Jahren Vorsitzender und kann die lange Geschichte fast lückenlos nachweisen. Die Gründungsurkunde ist von Johann Georg Markgraf zu Brandenburg ausgestellt und stammt aus dem Jahr 1588. „Bis 1888 ist unsere Geschichte Jahr für Jahr komplett belegt, weil darüber genau Buch geführt wurde“, so Schultz. Nach der erzwungenen Inaktivität ab 1951 wurde der Traditionsverein 1990 wieder gegründet. Unter den 105 Mitgliedern sind gerade eine Handvoll weiblicher Schützen. Dass die dann sogar begehrte Titel holen, ist deshalb besonders markant.
Prunkstück des Vereins ist eine Kanone, die zu besonderen Anlässen hervor geholt wird. Sie ist übrigens der Nachbau einer Fünfpfünder-Falkonette, dessen Original sich auf der Wartburg befindet.
„Natürlich wird sie ein Star beim großen Schützenfest im Juni 2003 sein“, verspricht Roland Nest, der für die Vorbereitung der Feierlichkeiten des großen Jubiläums zuständig ist. Fraglich ist allerdings, ob der Verein weiterhin wie bisher über die Jahrhunderte wirken kann. Denn „Jugendarbeit wird soviel wie gar nicht betrieben. Wir schießen traditionsgemäß mit Schwarzpulver, und das ist Jugendlichen ja nach den gängigen Regelungen untersagt!“

Strausbergs Schützen feiern den 415. Geburtstag.

Zu besonderen Anlässen kommt die Kanone zum Einsatz.