Wir bedanken uns für den erfolgreichen Frühjahrsputz vom 7.4.2018

 

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Schützengilde als Kulturerbe

 

Strausberg (MOZ) Mit Freude hat die Schützengilde der Stadt Strausberg von 1588 die Aufnahme des Schützenwesens als "Immaterielles Kulturerbe" registriert. Eine Tafel macht dies nun auch am Domizil im Sport- und Erholungspark (SEP) kenntlich. Derzeit wird die Chronik des Vereins aufgearbeitet.

  

Hinweis: So sieht die Tafel am Gildedomizil aus.

© MOZ/GERD MARKERT

Die Nachricht sei bei der Jahreshauptversammlung im März mit Freude aufgenommen worden, berichtet Arno Götze, Schießwart und gute Seele des Vereins. Schützenmeister Ingo Schulz habe darauf verwiesen, dass die Strausberger zu den "Auserlesenen" zählten, die den Zusatz tragen dürften. Vorangegangen war ein langes Anerkennungsverfahren bei der Deutschen UNESCO-Kommission, das Ende 2015 erfolgreich abgeschlossen wurde. Mit Stolz blicke man nun auf die Tafel, die dies für Mitglieder und Gäste bekunde.

Die Schützengilde ist laut Wilhelm Piskol der älteste Verein der Stadt. Eine Abschrift der Urkunde, die dies belegt, sei noch vorhanden, weiß der Senior, der gerade die Chronik aufarbeitet. "Zum Jahresende soll sie fertig sein", so der Strausberger, der dies schon für die Feuerwehr erledigt hatte. Bei der Gilde ist vermerkt, dass sie zunächst bis 1621 bestand, sich Anfang des 18. Jahrhunderts neu bildete, bis sie 1714 wie auch andere von Friedrich Wilhelm I. verboten wurde. Erneut wiedererweckt wurde sie 1840 und wirkte dann bis 1945, bis die alliierten Siegermächte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs das Schützenwesen verboten. Ein noch verbliebenes ehemaliges Mitglied, Schmiedemeister Otto Kulow, baute sie nach der politischen Wende abermals neu auf. Die Neugründung ist am 12. Mai 1990 datiert.

Gegenwärtig zählt der Verein gut 80 Mitglieder. Sie sind längst nicht mehr am Schützenhaus, dem jetzigen Hotel Lakeside, aktiv, sondern nutzen eine Röhrenschießanlage am Rande des SEP-Geländes, auf der zu DDR-Zeiten Armeesportler trainierten. Sie wurde repariert und erweitert, 2001 durch einen Bungalow ergänzt. Ihre Heimstatt haben die Schützen 2001 erworben. Und bauen sie weiter aus. Zum Beispiel sei eine Terrasse angelegt worden, die im vorigen Jahr überdacht wurde. Derzeit ist der Bau einer Unterstellmöglichkeit für die Kanone der Gilde geplant, die "Anne Susanne", benannt nach einer der Sage nach im Straussee versunkenen Glocke. 1998 wurde der erste Böllerschuss damit abgegeben. "Anne Susanne" ist bei manchen Festen zu erleben. Oder bei der Feuerwerks-, Musik- und Lasershow in der Adventszeit im Handelscentrum, wo die Schützen den Auftakt geben.

Trainiert wird montags und donnerstags von 16 bis 19 Uhr sowie sonnabends von 9 bis 12 Uhr. In diesen Zeiten sei man offen für Gäste, erklärt Götze. Einzige Bedingung: Sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Geschossen werde Groß- und Kleinkaliber mit Kurz- und Langwaffen auf 25 oder 50 Meter.

Nächster Höhepunkt ist am Wochenende das Königsschießen auf der eigenen Anlage. Am Sonnabend ab 13 Uhr wird ein Nachfolger für Jörg Niklas gesucht. Und im September ist Schützenfest mit Otto-Kulow-Pokal.